Drei Wochen mit einem VW T3 durch die Schweiz und Dolomiten

Drei Wochen mit einem VW T3 durch die Schweiz und Dolomiten

Lucien und Sabrina – das sind wir. Zwei junge, erlebnisfreudige Menschen, die das Reisen mit dem Camper entdeckt haben. Auch dieses Jahr mieteten wir uns einen speziellen Campervan – ein rustikaler VW T3 ohne grossen Schnickschnack. Lumi begleitete uns rund drei Wochen lang auf unserer aufregenden Fahrt nach Lauterbrunnen, über Alpenpässe oder ins Tessin samt einem Abstecher in die einzigartigen Dolomiten.

Trümmelbachfälle im Berginnern

Ein Tag vor unserer Abreise stellten wir unsere Route nochmals komplett um und am Montagmorgen starteten wir: Kassette rein, Bob Marley mit „Jamming“ aufdrehen und los ging die sonnige Fahrt Richtung Lauterbrunnen, wo wir auf dem Campingplatz „Jungfrau“ rasteten. Dieser gehört zwar eher zu den teureren unter seinesgleichen, doch die Ausstattung lässt nichts zu wünschen übrig und der Blick auf den „Staubbachwasserfall“ ist auch nicht zu verübeln. Vom Campingplatz spazierten wir zu den „Trümmelbachfällen“. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf einige Wasserfälle und Basejumper, die von den steilen Klippen in die Tiefe sprangen. Die „Trümmelbachfälle“ sind imposante Gletscherwasserfälle, die sich im Berginnern befinden und aufgrund dieser höhlenartigen Struktur ist das Wasserrauschen noch eindrucksvoller.
Tipp: Vom Campingplatz sind es nur etwa 30 Gehminuten und man sollte unbedingt eine Regenjacke mitnehmen.

Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung

Unser Ziel am nächsten Tag: Disentis – Dafür fuhren wir über die Pässe Grimsel, Furka und Oberalp und genossen die weite Sicht über die Berge. Während wir die Pässe erklommen, bemerkten wir, dass Lumi eher zum älteren Kaliber von VW-Bussen gehört, denn bei den steilsten Abschnitten lag schneller als 50 km/h und höher als der zweite Gang nicht drin. Aber wir waren in den Ferien und hatten somit auch keinen Zeitdruck – auf eine halbe Stunde mehr oder weniger kommt es dabei nicht mehr an. Begleitet hat uns die Kassette „80s Power“ von Luciens Eltern mit Hits wie „Self Control“, „Footloose“ oder „Suspicious Minds“. Unser Mittagessen genossen wir dann kurz nach der Oberalppasshöhe mit einer tollen Aussicht.

Der Grund für unsere Destinationswahl war der „TCS Campingplatz Disentis“, den Sabrina seit ihrer Kindheit besuchen wollte. Und unser Fazit: Top Campingplatz. Der Platz liegt in einem ruhigen Tal und nebst dem Restaurant und den schönen Stellplätzen auf der Wiese oder im Wald bietet er auch noch einen Naturbadesee. Ausserdem liegt er direkt am Vorderrhein, wo man sogar Goldwaschen könnte. Bei einem feinen Apéro, bei dem der Weisswein natürlich nicht fehlen durfte, besprachen wir unsere Weiterreise ins Tessin.

Tessin: Ein kleines Paradies entdeckt

Nach einer rund zweistündigen Fahrt erreichten wir das Maggiatal und den Campingplatz „Piccolo Paradiso“ in Avegno, bei dem wir glücklicherweise zwei Nächte ergattern konnten. Der Campingplatz gehört eher zu den kleineren, jedoch macht er seinem Namen alle Ehre, denn er ist wirklich ein kleines Paradies. Die Plätze sind schön schattig unter Bäumen und ausserdem liegt der Campingplatz neben dem Maggia-Fluss und hat sogar eigene Zugänge, damit die Gäste sich ein Bad gönnen können – was wir uns natürlich auch nicht entgehen liessen. Nebst den Flusszugängen liegt in ca. fünf Gehminuten ein wunderschöner, öffentlich zugängiger Badestrand, an dem wir sogleich ein richtiges „Strand-Feeling“ erhielten.

Nach einem erfrischenden Bad, kamen wir abends auf die Idee, die Cascata del Salto zu suchen. Dies ist ein Wasserfall mit einem schönen Naturschwimmbecken. Leider haben wir uns nicht allzu gut informiert und wir wanderten mehrere hundert Treppenstufen nach oben – ohne Erfolg. Zwar hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf das Maggiatal, doch weit und breit war keine Cascata zu sehen, weshalb wir ein bisschen enttäuscht zum Bus zurückkehrten.

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Ein menschenleeres Verzascatal

Um 5:30 Uhr klingelte am nächsten Morgen der Wecker – Zeit zum Aufstehen. Da das Verzascatal tagsüber stark überlaufen ist, entschieden wir uns das Tal bei Sonnenaufgang zu besuchen. Man muss es immer wieder sagen: Morgenstund hat Gold im Mund. Denn wir konnten die „Ponte dei Salti“ und die „Verzasca“ ohne eine Menschenseele bestaunen und tolle Fotos schiessen.

Als dann um ca. acht Uhr bereits die ersten Touristen ankamen, machten wir uns bereits wieder auf den Weg und besuchten kurz den Staudamm, bei dem der James Bond Film „Goldeneye“ gedreht wurde (Lucien ist ein absoluter James Bond Fan). Die mutigen Besucher könnten auch einen Bungeejump von der Mauer machen, analog zum Film. Wir bevorzugten jedoch lieber ein feines Frühstück in Ascona, als ein wagemutiger Sprung in die Tiefe.

Da wir ziemlich müde waren, genossen wir tagsüber den Campingplatz und den Badestrand und machten uns erst gegen Abend wieder ins Maggiatal auf. Dieses Mal besuchten wir die „Cascata di Foroglio“ und fanden sie glücklicherweise auf Anhieb. Nachdem wir einige Fotos von dem Wasserfall gemacht hatten, assen wir im Restaurant „La Froda“ und liessen den letzten Abend im Tessin bei einem guten Glas Rotwein ausklingen.

Nach dem Tessin hatten wir eine weite, kurvige Fahrt vor uns und Lumi meisterte die schöne Strecke über den San Bernardino und Julierpass ohne Probleme. Das Endziel waren die Dolomiten mit einem Übernachtungsstopp auf dem „Camping Morteratsch“ im Engadin. Der Camping bietet Natur pur – Bäche, Seen, kleinen Wälder und eine atemberaubende Aussicht auf die berühmten Gipfel des Berninamassivs.

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Dolomiten: Bootsfahrt mit Traumkulisse

Am nächsten Tag stand eine fünfstündige Fahrt vor uns. Dabei fuhren wir über den Ofenpass, der uns mit seinen teilweise sehr langen, geraden Strassenabschnitten überrascht hat, weshalb wir natürlich sogleich Fotos mit unserem Bus bei dieser Kulisse machen mussten.

Anschliessend ging es weiter durch schöne, kleine Dörfchen bis zur Schweizer Grenze und darüber hinaus nach Italien, genauer gesagt ins Südtirol. Unser Endziel war nämlich der „Lago di Brais“ (Pragser Wildsee). Der smaragdgrüne Bergsee liegt inmitten der Pragser Dolomiten und ist bekannt für seine einzigartige Lage.

Der Plan war, auf dem Parkplatz Lago di Braies in der Nähe des Sees zu übernachten. Als wir gegen Abend ankamen, fanden wir auch problemlos einen Platz und bezahlten für eine Nacht und einen Tag insgesamt 12 Euro. Da es sich um einen normalen Parkplatz handelt, bietet er nur tagsüber Toiletten an. Abends sind sie jedoch geschlossen.

Am nächsten Tag standen wir zum Sonnenaufgang auf, um ein paar schöne Fotos zu schiessen. Anschliessend mieteten wir uns um acht Uhr beim Bootsverleih ein superschönes hölzernes Ruderboot für 19 Euro pro Stunde. Die Morgenstimmung war fantastisch: Leichter Nebel zog über den See und die Sonne kitzelte bereits die Bergspitzen.

Nach der Bootsfahrt umrundeten wir zu Fuss innerhalb einer Stunde den See. Es waren natürlich noch sehr viele andere Touristen vor Ort und wir waren auch hier der Meinung, dass man die Rundtour besser früh morgens oder spät abends macht.

Tipp:

Um auf dem Parkplatz beim See zu übernachten, solltet ihr gegen Abend ca. um fünf Uhr kommen, denn so findet ihr bestimmt einen freien Platz. Am Nachmittag sind nämlich die Parkplätze aufgrund der Tagestouristen voll und zwischen 10:00 und 15:00 Uhr ist die Zufahrtsstrasse gesperrt. Ausserdem solltet ihr auch beim Bootsverleih früh dran sein. Um acht Uhr mussten wir überhaupt nicht anstehen – zwei Stunden später standen die Besucher bereits Schlange.

Schlafplatz mit Aussicht auf ein UNESCO-Welterbe

Am Abend machten wir uns zu den „Drei Zinnen“ auf. Lucien war bereits extrem aufgeregt und freute sich darauf, da er sich schon lange einen Besuch in den Dolomiten gewünscht hatte. Die „Drei Zinnen“, die sich im gleichnamigen Nationalpark befinden, sind wohl die bekanntesten Berge der Dolomiten. Unser Ziel war es, auf dem Parkplatz bei der Auronzo-Hütte zu schlafen, denn von dort hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Dolomiten. Auch hier handelt es sich um einen einfachen Parkplatz ohne Einrichtungen. Die Toiletten sind auch nur tagsüber geöffnet.

Bereits bei der Anfahrt sahen wir die charakteristischen Bergspitzen der Bergformation “Cadini di Misurina“. Als wir aber beim Zahlhäuschen für die Mautstrasse ankamen, hing in dessen Fenster bereits ein grosses Schild mit der Aufschrift „Caravancamping voll“. Da verloren wir kurz die Hoffnung auf einen Stellplatz vor den „Drei Zinnen“. Wir wagten es aber trotzdem und bezahlten den Eintritt von 30 Euro. Mit einem mulmigen Gefühl fuhren wir die Strasse hoch. Haben wir heute Nacht einen Schlafplatz oder müssen wir spätabends wieder aus dem Nationalpark fahren und irgendwo anders übernachten?

Langsam kam unser Ziel näher und wir sahen von weitem die Campervans auf dem Parkplatz. Doch als wir oben ankamen, wies uns ein Parkplatzeinweiser direkt auf einen Übernachtungsplatz – wir haben es geschafft! Wir haben ein Platz vor einer Traumkulisse ergattert. Spätestens jetzt verstanden wir, weshalb die „Cadini di Misurina“ zum UNESCO-Welterbe gehören. Auf dem Parkplatz waren wir natürlich nicht alleine und er wurde bis zum späten Abend noch ziemlich voll, doch wir waren einfach nur froh, dass wir einen Schlafplatz für die nächsten zwei Nächte hatten.

Noch am selben Abend wollten wir die „Cadini di Misurina“ von einem bestimmten Ort aus bei Sonnenuntergang fotografieren. So machten wir uns mit Hilfe einer online Wegbeschreibung auf den Weg Nr. 117 und nach rund 30 Minuten wandern erreichten wir den gewünschten Platz. Die Stimmung war unglaublich. Die Abendsonne tauchte die Berge in ein warmes Licht und es herrschte eine friedvolle Ruhe – ein wunderschöner Abend.

Rund um die Drei Zinnen

All zu lange schlafen konnten wir am nächsten Tag jedoch nicht, denn der Sonnenaufgang stand einmal mehr auf dem Programm, um den Ort ohne Tagestouristen erleben zu können. Doch diesmal wurde uns ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits um halb sieben Uhr morgens fuhren die Tagestouristen in Strömen zur Auronzo-Hütte. Aus diesem Grund entschieden wir uns, nicht fotografieren zu gehen, sondern ein kleines Frühstück im Restaurant zu geniessen.

Gegen Mittag entschieden wir uns dann für die vierstündige Rundwanderung um die „Drei Zinnen“. Mehrheitlich handelt es sich dabei um einen eher breiten Schotterweg. Natürlich waren wir auch hier nicht die einzigen und wir waren stets in Gesellschaft. Trotzdem ist es eine schöne Wanderung, die aber auch nicht sehr anspruchsvoll ist. Sie eignet sich somit für jedermann. Nach der Wanderung waren unsere Tage bei den „Drei Zinnen“ leider schon um.

Tipp:

Auch beim Caravan-Parkplatz bei der Auronzo Hütte empfehlen wir euch, eher gegen Abend zu kommen, damit die Tagestouristen bereits weg sind. Um zur Auronzo-Hütte zu gelangen, bezahlt man einmalig 30 Euro. Wenn man dann, so wie wir, auf dem Caravan-Parkplatz übernachtet, bezahlt man beim Verlassen des Parks nochmals 15 Euro pro weiteren Tag.

Hotel-Feeling auf dem Campingplatz

Da wir die letzten drei Nächte nur auf Stellplätzen unterwegs waren, sehnten wir uns nach einer warmen Dusche. So kam uns der „Caravanpark Sexten“ wie gerufen. Es handelt sich dabei nicht um einen normalen Campingplatz, sondern eher um einen Luxus-Camping und für das, was er bietet, fanden wir den Preis von 56 Euro pro Nacht angemessen.

Als wir unseren Camper auf dem Stellplatz eingerichtet hatten, genossen wir die Vorzüge des Campings. Wir besuchten das Hallenbad mit tollen Natursteinbädern, heisser Grotte und Whirlpool – Entspannung pur. Ausserdem bietet der Campingplatz einen Spa sowie einen Kneippweg aus Naturstein. Wer also gerne ein bisschen mehr für einen Camping ausgeben möchte, kann sich hier total verwöhnen lassen.

Spontan an die Adria

Am nächsten Tag hatten wir Schwierigkeiten bei unserer Destinationswahl, denn eigentlich hätten wir langsam wieder zurück in die Schweiz reisen müssen. Doch es kam in der Schweiz zu einem Wetterumschwung – überall war Regen angesagt. Wir mussten also unsere geplante Route auf den Kopf stellen und so entschieden wir uns schlussendlich für das Tessin, da es dort laut Wetterprognose am schnellsten wieder schön werden würde. So machten wir uns vom Campingplatz in Richtung Schweiz auf.

Das Navi führte uns auf die italienische Autobahn, die sehr nahe an Venedig und der Adriaküste vorbeiführte. Wir müssen hier kurz anmerken, dass Sabrina eine richtige Meer-Liebhaberin ist und sich auch ziemlich danach gesehnt hatte. Als sie dann auf der Karte sah, wie nahe die Route am Meer vorbeiführte, konnte sie nicht wiederstehen. Mit einem Camper kann man eben immer spontan sein. Die Temperaturen waren an diesem Tag noch heiss und so entschieden wir uns spontan einen Tag und eine Nacht am Badeort „Jesolo“ zu verbringen. Geschlafen haben wir auf dem kleinen Campingplatz „Campeggio Don Bosco“, der nur ca. 100 Meter vom Strand entfernt lag und für eine Nacht vollkommen ausreichte. Wir genossen die warme Sonne, den Strand und das Meer in vollen Zügen.

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Klein, aber oho – Camping „Monte San Giorgio“

Am nächsten Morgen fuhren wir dann ins Tessin, genauer gesagt nach Melide. Wir besuchten spontan das „Swissminiatur“ und liessen Kindheitserinnerungen aufleben. Anschliessend ging es weiter Richtung „Monte San Giorgio“, wo wir auf einer kurvigen Strasse zum gleichnamigen Campingplatz gelangten. Der naturbelassene Campingplatz liegt am Waldrand bei einem Bach und einem Weiher. Ausserdem soll im Sommer der Platz von Tausenden von Glühwürmchen heimgesucht werden. Bei uns war es jedoch regnerisch, weshalb sie sich uns leider nicht zeigten. Zudem gibt es ein Grotto, bei dem wir ein fantastisches Abendessen genossen. Das zarte Rindsfilet und das Lammkotelett zergingen auf der Zunge wie Butter. Für uns war dies wirklich einer der besten Campingplätze, den wir bisher besucht haben.

Am nächsten Tag war nochmals starker Regen angesagt – und er kam auch. Um etwa zehn Uhr regnete es aus Kübeln: Brunnen liefen über, Strassengullys spuckten das Wasser wieder aus und es floss in Strömen die Strassen hinunter. Vorsichtig fuhren wir mit dem Camper Richtung Mendrisio, wo wir das Einkaufszentrum „FoxTown“ besuchen wollten – was kann man besseres machen bei solchem Wetter als sich die Zeit beim Shoppen zu vertreiben? Wir kamen zum Glück heil an und verbrachten einige Stunden im Center. Wir kauften uns neue Outdoor-Rucksäcke und Kleidung und verliessen gegen Nachmittag bei strahlender Sonne wieder das Einkaufszentrum.

Etwas Spontanes erleben

Als wir fast beim Campingplatz ankamen, meinte Lucien, dass er etwas Spontanes erleben wolle – keine Ahnung was, einfach irgendetwas. So entschieden wir uns am Campingplatz vorbei zu fahren und einfach der kurvigen Strasse durch den dichten, grünen Wald zu folgen. Nach zehn Minuten fuhren wir noch immer im Wald und wir waren kurz davor, wieder umzukehren. Doch dann erschien ein Wegweiser zu einem Hotel/Restaurant „Serpiano“ und wir entschieden, dass wir dort etwas trinken gehen.

Wir folgten also den Wegweisern und ein wenig ästhetischer Bau kam zum Vorschein. Als wir zum Restaurant liefen, traf uns fast der Schlag: Irgendwo im Nirgendwo stand ein Hotel mit einer wunderschönen Panoramaterrasse und einer unglaublichen Aussicht auf den gesamten „Luganersee“. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Zufrieden genossen wir unsere Getränke und die tolle Aussicht.

Vom Monte San Giorgio ging es am nächsten Tag weiter nach Locarno. Wir entschieden uns für die längere Strecke, die am Lago Maggiore entlang führte – eine tolle Strasse mit schöner Sicht auf den See.

Tipp:

An der östlichen, italienischen Seeseite gibt es viele Parkplätze am See, die gratis Campingübernachtungen erlauben.

In Locarno angekommen, genossen wir ein Glacé Goupe und schlenderten durch Locarno. Diese Stadt ist einfach immer wieder ein Besuch wert. Anschliessend fuhren wir an der westlichen Seeseite entlang und fanden den Campingplatz „Bosco Village“. Zwar ist die Aussicht auf den See phänomenal, jedoch lassen die sanitären Anlagen sowie die sehr unebenen Stellplätze eher zu wünschen übrig. Aber wir verbrachten dort nur eine Nacht und so konnten wir uns damit abfinden.

Brissago Insel: In eine andere Welt eintauchen

Für den Tag darauf war die „Isola di Brissago“ angesagt und wir fuhren von Locarno mit dem Schiff zur Insel. Die Schifffahrt kostete pro Person mit dem Studentenrabatt 17 Fr. und der Eintritt in den botanischen Garten 7 Fr. Von der Insel waren wir tief beeindruckt, denn es ist nicht ein „normaler“ botanischen Garten, wie man ihn kennt, sondern eine eigene kleine Welt. Wir tauchten ein in den Dschungel mit seinen dichten, grünen Palmenblättern und entdeckten einen grossen, schwarzen Frosch. Anschliessend erkundeten wir den kleinen, nebelverhangenen Bambuswald. Und wenn man genau hinschaut, findet man auf der Insel viele Tiere wie zum Beispiel Schildkröten, Vögel oder Fische. Wer also einmal einen anderen botanischen Garten entdecken möchte, sollte diese wunderschöne Insel besuchen.

Fahrt auf einer historischen Passstrasse

Anschliessend ging es weiter auf den Gotthardpass, genauer gesagt zur alten Gotthardpass-Strasse „Tremola“, denn in diese Umgebung passt ein VW T3 Bus perfekt. Die Strasse ist mit ihrer sehr engen und kurvigen Struktur ein echter Hingucker und wir machten vom Bus einige tolle Fotos.

Natürlich durfte eine Nacht auf dem Pass nicht fehlen und nach einem schmackhaften Abendessen im Restaurant „Prosa“ schliefen wir neben einer Weide bei regelmässigem Kuhglockengeläute ein.

Klausenpass: eine echte Überraschung

Nun war auch schon unser letzter Tag gekommen. Auf dem Plan stand erneut ein Pass: Der Klausenpass. Wir fuhren also vom Gotthard durch Andermatt, mit einem kurzen Frühstück-Halt im Café Oberalp (sehr zu empfehlen). Anschliessend ging es weiter nach Altdorf, bis wir schlussendlich auf dem Klausenpass angekommen sind. Und wir müssen sagen: Das ist einer der schönsten Pässe, die wir gefahren sind (und wir haben in diesen Ferien sehr viele Pässe gesehen). Auf der einen Seite eine steile Felswand und auf der anderen Seite eine wunderbare Aussicht ins grüne „Schächental“. Dazu kommt noch die enge, kurvige Strasse.

Nebst dem Pass wollten wir noch den Wasserfall „Berglistüber“ besichtigen, weshalb wir auf der anderen Seite des Passes wieder hinunter fuhren. Nach der steilen Passstrasse sahen wir, dass eine Ebene folgt und als wir durch diese Ebene fuhren, kamen wir aus dem Staunen fast nicht mehr heraus: Überall grasten Kühe. Teilweise waren sie eingezäunt, teilweise jedoch nicht, weshalb wir ein paarmal einer Kuh auf der Strasse ausweichen mussten. So viele Kühe auf einmal haben wir noch nie gesehen. Im nachhinein ist dieser Umstand auch selbstverständlich, denn die „Urnerboden-Weide“ ist die grösste Weide der Schweiz. Das war ein echtes „Kuhspektakel“.

Nachdem wir uns von diesem wunderschönen Anblick erholt hatten, fuhren wir weiter zum Parkplatz des „Berglistüber-Wasserfalls“. Bereits von dort aus hörten wir das Tosen des Wasserfalls und in nur fünf Gehminuten erreichten wir ihn. Tausende von Litern donnerten in die Tiefe. Das spezielle an diesem Wasserfall ist, dass man ihn auch von hinten bestaunen kann oder sogar muss, denn von dieser Perspektive ist er noch viel imposanter.

Tipp: Nehmt rutschfeste Schuhe mit. Hinter dem Wasserfall kann es glitschig sein.

Fazit

Wir müssen sagen, dass wir wieder einmal eine tolle Reise gemacht haben, auch wenn wir zweimal unsere Route ändern mussten. Aber genau das ist das interessante am Reisen mit einem Camper – man weiss nie was kommt. Das absolute Highlight waren für uns definitiv die Dolomiten, denn diese Berge sind einfach unglaublich und einzigartig. Aber auch die restlichen Destinationen boten einiges an Abenteuer und wir realisierten, wie viel eigentlich die Schweiz bieten kann. Man sollte viel öfters das eigene Land erkunden.

Auch mit dem Campervan Lumi waren wir vollends zufrieden, auch wenn er keine fixe Ausstattung hatte. Wir kamen zum Schluss, dass wir Lumi sofort wieder buchen würden, denn er hat einfach einen gewissen Charme.

Was das Vorbuchen angeht, hatten wir Glück, denn im Voraus gebucht haben wir nichts. Obwohl dieses Jahr anscheinend ein Ansturm auf Campingplätzen erwartet wurde, hatten wir immer auf anhieb einen Platz gefunden. Man muss aber dazu sagen, dass wir zwischen Mitte August bis Anfangs September unterwegs waren und daher bereits die Schweizer Schulferien zu Ende waren. Aber auch in Italien hatten wir keine Probleme damit.

Hoffentlich hat euch unsere Reise inspiriert und ihr werdet auch den einen oder anderen Ort besichtigen. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr euch gerne bei uns melden.

Kosten 2 Personen, 18  Nächte, 2600 km:
Miete VW-BusCHF 1’796
BenzinCHF 634
ÜbernachtungenCHF 497
VerpflegungCHF 973
AktivitätenCHF 179
TotalCHF 4’079
Sabrina Bohn und Lucien Marti

Sabrina Bohn und Lucien Marti

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2 Antworten zu “Drei Wochen mit einem VW T3 durch die Schweiz und Dolomiten”

  1. Hallo zusammen, wir waren grad nach euch auf einer ähnlichen Tour. Also Mitte September bis anfangs Oktober. Ich möchte einfach anfügen, dass die vierstündige Tour um die drei Zinnen nicht zu unterschätzen ist, bitte. Zuerst ist es wie beschrieben ein breiter Weg, aber bei uns lag zuoberst bereits Schnee und ab dem Grat, war der Weg aufgrund des Schnees teilweise rutschig und sehr schmal. Wir sahen ein paar nicht so berggewohnte Leute, welche echte Schwierigkeiten hatten und auch ich, welche zwar viel wandere – ganzjährig – geriet auf dem letzten Aufstieg an zwei, drei Stellen an meine Grenzen.
    P.S. Habt ihr irgendwo eine Innenaufnahme von eurem Camper? Wir waren auch mit einem von Mycamper unterwegs, der war uns aber persönlich innen zu unpraktisch.

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